Zollhunde und ihre Zollhundeführer

Zigaretten, Drogen oder größere Mengen Bargeld. So vieles soll unbemerkt durch den Zoll kommen. Gut, dass Hunde über eine hervorragende Nase verfügen. So lassen sie sich zum Zollhund ausbilden. Neben dem Erschnüffeln von Schmuggelware erfüllen Zollhunde noch eine weitere Funktion: Sie schützen den Zöllner vor Angriffen und können flüchtige Personen stellen.

 

Zollhundeteams in Deutschland

 

In Deutschland kommen knapp 340 Zollhundeteams zum Einsatz. Der Zollhund und sein Zollhundeführer sind dabei ein unzertrennliches Team, das nicht selten ein Hundeleben zusammenarbeitet. Zollhundeteams finden wir an Flughäfen, an Verkehrswegen und im grenznahen Raum.

 

Die Leistungsprüfung

 

Jeder Zollhund muss sich einer Leistungsprüfung unterziehen, um nachzuweisen, dass er sich auf dem optimalen Leistungsstand befindet. Hierbei gilt es verschiedene Prüfungsaufgaben zu lösen. Diese fordern den Zollhund und natürlich auch seinen Zollhundeführer.

 

Die Ausbildung

 

Schon seit 1958 ist die Ausbildung zum Zollhundeführer in Deutschland zentral geregelt. Vor der Ausbildung steht ein Vorbereitungslehrgang. Darauf folgt ein fünfwöchiger Abschlusslehrgang. Dann kommt die Prüfung. Nach diesem Test der Eignung kann erst die eigentliche Ausbildung beginnen. Diese kostet bis zu 15.000 Euro und dauert zwischen zwölf und achtzehn Monate. Jährlich werden zwischen 100 und 200 Zollhunde in Deutschland ausgebildet.

 

In welchem Alter werden Zollhunde eingesetzt?

 

Ein Hund muss mindestens 12 Monate alt sein, um mit der Ausbildung zu beginnen. Ein Zollhund geht meistens im Alter von ungefähr zehn Jahren in den Ruhestand.

 

Der Zollhundeführer

 

Zollhundlehrwarte sind für die Schulung der Zollhundeführer zuständig. Voraussetzung für die Schulung zum Zollhundeführer ist die zweijährige Ausbildung im mittleren Dienst beim Zoll.

 

Die Spezialisierung

 

Zollhunde werden je nach ihrer Eignung ganz individuell eingesetzt. Das können dann ihre Spezialgebiete werden:

 

  • Tabak
  • Drogen
  • Bargeld
  • Sprengstoff.

 

Den Zollhund führen

 

Die Zusammenarbeit mit dem Zollhund ist für jeden Beamten eine ganz besondere Herausforderung. Denn der Hund ist selbstverständlich ein lebendiges Wesen und auch als solches zu behandeln. Hierdurch unterscheidet er sich schon wesentlich von anderen Arbeitsmitteln. Der Zollhundeführer benötigt nicht nur viel Sensibilität, sondern auch eine eigene Ausbildung, um den Zollhund zu führen. Nur so kann es gelingen, die besonderen Anlagen und Fertigkeiten des Hundes im täglichen Diensteinsatz perfekt zu nutzen.

 

Der Einsatz eines Diensthundes

 

Ein Diensthund ist keine Maschine, sondern ein Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen. Der Diensthundeführer sollte auch über taktisches Geschick verfügen, um den Diensthund optimal einzusetzen. Bei der Arbeit mit dem Diensthund ist natürlich immer auch der Aspekt des Tierschutzes im Blick zu behalten.

 

Welche Hunde sind als Zollhunde geeignet?

 

Zollhunde müssen lernwillige, aufmerksame und gehorsame Tiere sein. Die folgenden Hunderassen sind sehr gerne als Zollhund gesehen:

 

  • Der deutsche Schäferhund
  • Der Belgische Schäferhund
  • Der Riesenschnauzer

 

Aber auch andere Hunderassen können zum Zollhund ausgebildet werden. So werden der Labrador Retriever, der Jack Russel Terrier und der Cocker Spaniel nicht selten zum reinen Spürhund ausgebildet.

 

Die Erfolge der Zollhunde

 

Im Jahr 2004 konnten mit Hilfe der Zollhunde rund 1,7 Millionen Euro Bargeld, 1400 Kilogramm Drogen und 7,5 Millionen Zigaretten identifiziert werden. Der Zollhund und sein Zollhundehalter sind also ein sehr leistungsfähiges Team.