Der Bernhardiner

Wir kennen den Bernhardiner vor allem als den Schweizer Nationalhund, der mit einem Fässchen am Hals Lawinenopfer rettet. Und tatsächlich leistet er bei dieser Aufgabe am Großen St. Bernhard in den Alpen auch eine hervorragende Arbeit. Schon der „Barry“ rettete einst mehr als 40 Menschen vor dem Schneetod. Das ist historisch belegt.

 

Ein Schwergewicht

Die ursprünglichen Bernhardiner brachten kaum mehr als 40 Kilogramm, nur selten einmal 50 Kilogramm auf die Waage. Heutige Bernhardiner können durchaus 120 Kilogramm schwer sein. Die Hänflinge von damals würden heute auf einer Hundeausstellung wohl kaum mehr als Bernhardiner zugelassen.

Gemäß des FCI-Standards erreicht ein Bernhardiner eine Höhe von bis zu 90 Zentimetern. Skeletterkrankungen sind bei diesen großen und schweren Tieren leider keine Seltenheit.

 

Der Bernhardiner als Schweizer Nationalrasse

Seit 1887 ist der Bernhardiner als Hunderasse in der Schweiz anerkannt, daher gilt er als der Schweizer Nationalhund. Der erste Spezialklub für Bernhardiner wurde in Deutschland im Jahre 1891 gegründet.

Dem Bernhardiner in seiner ursprünglichen Größe widmet sich die Barry-Foundation „zur Erhaltung der ursprünglichen Bernhardinerhunde vom Großen St. Bernhard“. Diese Organisation betreibt das Barryland und zücktet den „echten“ Bernhardiner.

 

So sieht der Bernhardiner aus

Der Bernhardinerhund gehört neben dem Mastiff zu den schwersten Hunderassen. Er wirkt stehts ruhig und gelassen und ist durch seine besonderen optischen Merkmale selbst für kleine Kinder leicht zu identifizieren. Es gibt den Langhaar- und den Kurzhaar-Bernhardiner.

 

Der Langhaarbernhardiner verfügt über mittellanges, gerades Deckhaar mit viel Unterwolle. Seine Grundfarbe ist weiß, er verfügt über kleine oder größere rote Decken oder Platten. An der Brust, der Rutenspitze, der Pfote und an der Nase gibt es oft weiße Abzeichen oder eine symmetrische Maske.

 

Ein ausgeglichenes Tier

Der Bernhardinerhund gilt als ausgeglichen und sehr selbstsicher. Er verfügt über ein sanftmütiges Wesen und eine ausgewogene Sensibilität. Er ist zuverlässig und auch Fremden gegenüber sehr gutmütig. Auch fremde Kinder dürfen ihn anfassen oder streicheln.

 

Der Beschützer

Er verfügt allerdings über einen ausgeprägten Beschützerinstinkt. Sein Territorium und seine Familie werden von ihm verteidigt. Er ist allerdings ein recht leiser Hund, der nur sehr selten bellt. Und so stellt er auch Eindringlinge auf seine leise Art und Weise. Ein Bernhardiner freut sich über viel Kontakt zu Menschen und auch anderen Hunden.

 

Der Familienhund

Ein Bernhardiner ist gewiss kein Anfängerhund. Das ergibt sich schon aufgrund seiner Größe. Das beginnt schon beim Transport im Auto. Hier sollte ein passendes Gefährt vorhanden sein und sei es nur dafür, den schweren Hund einmal zu Tierarzt zu befördern. In einer Etagenwohnung sollte der Hund nicht gehalten werden.

 

Auf dem Lande…

Auch wenn Sie über ein Haus mit Garten verfügen, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass der Bernhardinerhund mit wenigen Bewegungen Ihr Blumenbeet umpflügen kann. Das Treppensteigen ist ihm eine Last. Und einen glatten Fußboden mag er auch nicht. Bei Spaziergängen ist er gewiss kein Spitzensportler.

 

Die Erziehung

Eine innige Bindung zu seinem Hundehalter ist als die Basis für seine Erziehung zu verstehen. Härte und Zwang sind bei einem Hund dieses Formats ohnehin unangebracht. Sein gelassenes Wesen verzeiht Ihnen auch den einen oder anderen pädagogischen Fehler.