Ein Alphahund in der Familie?

Das soziale Leben des Hundes definiert sich über das Rudel. In früheren Zeiten war dies das Wolfsrudel, heute ist das nicht selten die Familie. Der Hund akzeptiert seine Rolle unter den Menschen und ist gerne bereit, alles dafür zu tun, seinem Hundehalter zu gefallen. Doch manchmal kommt es auch vor, dass sich ein Hund als Alphahund versteht. Das kann im Familienleben dann natürlich zu einem Problem werden.

 

Der Alphahund im Wolfsrudel

 

Im Gegensatz zur Katze ist der Hund kein Einzelgänger. Der Wolf hat erkannt, dass es einfacher und kraftsparender ist, sich gemeinsam vor Gefahren zu schützen und im Rudel auf die Jagd zu gehen. Ein Tier übernimmt hierbei die Rolle des Anführers. Machtkämpfe um die Führerschaft sind eher selten.

 

Es ist auch umstritten, ob es Vierbeiner gibt, die zum Alphahund geboren sind. Vielmehr kann der Besitz eines Knochens dafür entscheidend sein, wer als Anführer gilt. Der Hund zeigt aggressives Verhalten normalerweise nur gegenüber Bedrohungen außerhalb des Rudels. Wenn etwa Fremde in das eigene Territorium eindringen.

 

„Dominanzprobleme“ im Familienleben

 

Keine Hundehalter fühlt sich wohl, wenn er das Gefühl bekommt, dass der Hund die Dominanz im Familienleben übernimmt. Ziehen an der Leine, Futterverteidigungen oder Anspringen sind Verhaltensweisen, die mit solcher Dominanz in Verbindung gebracht werden. Verschiedene Übungen des Alpha-Hundetrainings sollen dabei helfen, dieser Dominanz entgegen zu treten:

 

  • Der Hund bekommt sein Futter erst, wenn die Menschen aufgegessen haben.
  • Der Hundehalter geht immer vor dem Hund durch die Tür.
  • Schlafen im Bett des Hundehalters oder auf dem Sofa ist Tabu.
  • Mit der „Rolltechnik“ wird der Hund in deiner unterwürfigen Position gehalten.

 

Nicht immer gelingt es, das unerwünschte Verhalten auf diese Weise los zu werden. Denn Ungehorsam ist nicht immer auf Dominanz zurück zu führen.

 

Ungehorsam ist nicht gleich Dominanz

 

Die einfachen Erklärungen sind nicht immer auch die richtigen Erklärungen. Es ist so einfach zu denken, dass ein ungehorsamer Hund schlichtweg ein Alphahund ist. Oder versucht, einer zu werden. Im Wolfsrudel gibt es nur wenige Machtkämpfe und auch das Zusammenleben mit dem Menschen muss nicht zwangsläufig unter dem Blickwinkel eines Rudels verstanden werden. Ungehorsam ist oft auch das Zeichen einer falschen oder mangelhaften Erziehung.

 

Der Alphahund ist ein ruhiger Hund

 

Ein Hund, der beim Spaziergang an der Leine zieht oder viel bellt und knurrt ist tendenziell kein Alphahund. Dominanz bei Hunden drückt sich eher durch Souveränität und einer ständigen Präsenz von innerer Ruhe aus. Selbstbewusst bewegt sich der Alphahund aufgerichtet fort mit hoch erhobenem Kopf und Ohren. Ein Alphahund zeigt sich seiner Familie gegenüber nicht aggressiv, sondern als Beschützer.

 

Hört der Hund nicht auf Ihre Kommandos, so ist dies nicht notwendigerweise darin zu begründen, dass Ihr Hund versucht, die Dominanz in der Familie zu übernehmen. Meistens sind einfach etwas Erziehung und Training vonnöten, um dieses Verhalten zu verbessern.

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